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Autor: mk
Letzte Änderung dieser Seite: 03.06.2015 14:25:37 635

Einsparungen beim Energieverbrauch

Die Bundesregierung beschäftigt sich in ihrem 'Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung'1) von 2010 auch mit der 'Schlüsselfrage Energieeffizienz' (S.12). Im entsprechenden Abschnitt heißt es auf S.13:

Der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz ist der Gebäudebereich.

Später gibt es im 'Energiekonzept' einen eigenen Abschnitt 'Energetische Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen' (S.27). Hier wird betont:

Auf den Gebäudebereich entfallen rund 40% des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emmissionen.

Es wird klar, dass Einsparungen im Gebäudebereich für die Bundesregierung eine hohe Priorität haben.

Wie will sie das erreichen?

Auf Seite 13 steht:

Ökonomische Anreize sowie verbesserte Information und Beratung sollen dazu beitragen, Unternehmen und private Verbraucher in die Lage zu versetzen, bisher ungenutzte Potentiale im Bereich Energieeffizienz aus eigenem Antrieb zu erschließen und dadurch Energiekosten zu sparen und die Umwelt zu entlasten.

Auf Seite 28 findet man:

Allerdings zeigen bisherige Erfahrungen auch, dass der Anwendung des Ordnungsrechts insbesondere im Bestand mit Hinblick auf die wirtschaftlichen Belastungen der Eigentümer Grenzen gesetzt sind.

Das Zitat unterstreicht, dass die Regierung hier keine gesetzlichen 'Zwangsmaßnahmen' anordnen will.

Ganz aktuell zeigt ein Diagramm 'Die größten Energieverbraucher: Industrie und Verkehr' aus dem Magazin 'mit ganzer energie' der Stadtwerke Kaiserslautern, dass der Sektor 'Verkehr' ein vielleicht noch größeres Einsparpotenzial zeigt.

EnergieVerbraucher2012

Das übersieht auch die Bundesregierung nicht. Ihr Energiekonzept 2010 enthält einen eigenen Abschnitt ' Herausforderung Mobilität'. Hier lesen wir:

Emissionsabhängig gespreizte Nutzerkosten setzen Anreize für einen effizienten und umweltverträglichen Güterverkehr. Die Bundesregierung wird prüfen, wie die Lkw Maut so ausgestaltet werden kann, dass von ihr verstärkt derartige Anreize ausgehen.

Die Bundesregierung wird prüfen, wie die emissionsbasierte Kfz-Steuer künftig fortentwickelt werden kann. Sie wird in diesem Zusammenhang untersuchen, inwieweit bei der Besteuerung fossiler Kraftstoffe die jeweiligen Treibhausgasemissionen stärker berücksichtigt werden können.

Wir wollen die Investitionen in die Schieneninfrastruktur ausbauen und auf die Knotenpunkte und Engpässe konzentrieren, die für das Netz von zentraler Bedeutung sind. Dabei müssen für die zentralen aufkommensstarken Verbindungen spezielle Korridore für den Schienengüterverkehr entwickelt und prioritär ausgebaut werden. Nur so wird es möglich, die notwendigen Voraussetzungen für eine Verlagerung insbesondere des Güterverkehrs auf den umweltfreundlicheren Schienenverkehr zur schaffen.

Mit ihrer Kraftstoff- und Mobilitätsstrategie wird die Bundesregierung konkrete Angebote machen, um umweltfreundliche Mobilitätsformen als Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu stärken.

Das sind wunderbare Absichtserklärungen, wie wir sie seit Jahren hören. In der Realität herrscht eine mächtige Auto- und LKW-Lobby.

Ja, es wäre richtig, die Mineralölsteuer wesentlich zu erhöhen.

Wir wissen, dass der Mensch Raubbau an der Natur betreibt. Wir wissen, dass die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen. Wir wissen, dass der von Menschen gemachte Klimawandel die Lebensbedingungen vor allem der Menschen bedroht, die dafür nicht oder kaum verantwortlich sind. Wissen wir aber auch, dass 1l Benzin einen Energieinhalt von ca. 10 kWh hat?2) Ca. 10 kWh elektrische Energie verbraucht ein Haushalt am Tag. Wie weit kommt man mit einem Liter Benzin? Vielleicht 15 km, je nach Verbrauch etwas mehr oder weniger. Was sind wir stolz, wenn wir 10% elektrische Energie einsparen. Das wäre dann etwa 1 kWh täglich. In Kilometer ausgedrückt ca. 1,5 km Autofahrt, einmal Brötchen holen. Zugegeben, die Rechnung berücksichtigt nicht den Wirkungsgrad der Kraftwerke, dh. aus 1,5 km könnten bei genauer Betrachtung auch 3 km werden. Das ändert aber nichts daran, dass nirgends Energiesparen so leicht wie beim Autofahren ist.

Zum Schluss kann ich mir nicht verkneifen, den Flugverkehr zu erwähnen. Die Bundesregierung schreibt in ihrem Konzept auf Seite 32:

Die Einbeziehung des Flugverkehrs ins europäische Emissionshandelssystem zum Jahr 2012 wird zudem verstärkte Anreize für mehr Energieeffizienz sowie den Einsatz von erneuerbaren Energien (Biokraftstoffe) in diesem Sektor schaffen.

Das klingt außerordentlich halbherzig. Es ist einfach skandalös, dass Flugbenzin nicht besteuert wird.3)

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